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FFW Bechtsbüttel – Menschenrettung im Mittellandkanal

Sieben Mal schon ist in diesem Jahr  die Bechtsbütteler Wehr mit dem Boot ausgerückt, um Rehe aus dem Mittellandkanal zu retten oder zu bergen – erst vor Ort ist zu erkennen, ob dem Tier noch eine Chance zum Überleben bleibt, indem das rettende Boot noch rechtzeitig ankommt.

Glücklicherweise hat es noch keinen Einsatz gegeben, um Menschen aus dem Wasser zu ziehen, und doch fahren jedesmal die Gedanken mit, ob alles so schnell und reibungslos läuft, wie es für eine Menschenrettung erforderlich wäre.

Dafür gab es am 8. September  eine aufwändige Übung unten am Kanal, bei der unter realistischen Bedingungen für diesen besonderen Ernstfall geprobt und optimiert werden sollte.

Bis zum Stehkragen dicht hatte sich Kamerad Niklas Wiesel in das kalte Wasser gewagt, der leuchtorange Helly Hansen Einteiler Überlebensanzug mit Kapuze ließ nur noch wenig mehr als sein Gesicht über der Wasserlinie erscheinen. In der Nähe der Spundwand,  beobachtet vom Melder, harrte er nun der Rettung, die in Form des Bechtsbütteler Rettungsboot von der nahen Slipanlage kommen sollte.  Ein Schubverband wartete nicht, er fuhr durch das Szenario und seine Wellen schlugen an der Kanalwand hoch, dazwischen steuerbords das kleine blaulichtblitzende Papenteicher Feuerwehrboot. Ob der Binnénschiffer von seiner Brücke hinten außer den vielen orangen Einsatzjacken am Ufer auch den Mann im Kanal gesehen hat? Er hat UKW an Bord, und Feuerwehr ist jetzt auf Digitalfunk umgestellt, der ist selbst unten am Kanal meist klar und deutlich, aber für die Binnenschiffer nicht zu empfangen.

Mehrfach hatte Niklas Gelegenheit, Geschmacksproben des Kanalwassers zu nehmen, wechselnde Besatzungen griffen jeweils beherzt zu, um den Kameraden ins Boot zu ziehen (er war zugleich vom Ufer mit der langen Schwimmleine gesichert).

In der Dämmerung übten die an Land gebliebenen das Rangieren und Rückwärtsfahren mit Bootsanhänger zu Wasser, bis schließlich Beleuchtung  organisiert werden musste, um der Bootsbesatzung die Anlegestelle in der nahenden Dunkelheit erkennbar zu machen.

Als die Fahrzeuge das Gerätehaus wieder erreichten, waren die vielen Teilnehmer dieses Übungsdienstes um einige Erfahrungen reicher,  auch wenn man an einen Ernstfall dieser Art lieber nicht denken möchte.